Siemensstadt²

Umsetzungsstand: In Planung

Das Projekt Siemensstadt Square im gleichnamigen Ortsteil ist eines der größten Bauvorhaben in
Berlin. Auf einer Gesamtfläche von rund 76 Hektar investiert der Siemens-Konzern bis zu 600 Mio. Euro, um das firmeneigene Areal zu einem zukunftsgerichteten Stadtquartier zu entwickeln.

Bildquelle: Siemens

In Planung
In Bau
Abgeschlossen

Die Siemensstadt Square ist eines der größten Projekte der nächsten Jahre in Berlin. Intelligente Architektur und integrale Planung sollen die Qualität und Identität des historischen Ortes sichern und ein offenes, attraktives und durchgängiges Innovationsviertel entstehen lassen. Durch eine lebhafte Nutzungsmischung kommen vielfältige Zielgruppen zueinander. Die unterschiedlichen Gebäudenutzungen bieten zudem Entwicklungsmöglichkeiten für verschiedene Lebens- und Arbeitsmodelle. Neben Einzelhandel und Gastronomie finden somit auch Forschungseinrichtungen, Büro- und Gewerbeflächen, sowie rund 2.700 Wohneinheiten mit der dazugehörigen Infrastruktur ihren Platz auf dem neuen Campus. Da die wirtschaftliche und stadträumliche Qualifizierung gleichzeitig den Nachbarschaften zugutekommt, entsteht zwischen großstädtischen Neubauten und öffentlichen Freiräumen Lebensqualität für alle.

Quelle: Siemens
Quelle: Siemens

Ein CO₂-freier Campus, von den Bürgerinnen und Bürgern aktiv mitgestaltet

Das ehemalige Industrieareal trug mit seinen Produktionsstätten einst noch selbst zum CO₂-Ausstoß bei. Heute ist auf dem firmeneigenen Komplex dagegen ein nachhaltiger Campus geplant: Mit intelligenten Gebäuden soll die vor Ort erzeugte, erneuerbare Energie sinnvoll genutzt und so das Klima entlastet werden. Darüber hinaus wird der über die vor Ort erzeugte Energie hinaus gehende Bedarf CO₂-neutral und möglichst regional mit grünem Strom gedeckt. Eine sensible Oberflächengestaltung reduziert zukünftig gemeinsam mit einer umfangreichen Dach- und Fassadenbegrünung die urbane Überwärmung. Gleichzeitig verbessern sich die Luftqualität und das Stadtklima insgesamt. Ein integriertes Regenwassermanagement wird zudem den natürlichen Wasserhaushalt und das Grundwasser schützen, Risiken durch Starkregen reduzieren und letztlich attraktive Freiflächen schaffen.

Das neue Stadtquartier soll nachhaltig und energieeffizient sein, sich vielfältigen Zielgruppen öffnen und die Geschichte des Ortes wahren. Die Einbindung von Nachbarschaft und interessierter Öffentlichkeit in den Planungs- und Entstehungsprozess zählt dabei zu den erklärten Zielen des Siemensstadt Square. Denn hier soll ein moderner, offener und lebenswerter Stadtteil für alle Bürgerinnen und Bürger entstehen. Zahlreiche
Ideen und Anregungen sind bereits über verschiedene Ideenwettbewerbe in die Planung der neuen Siemensstadt eingeflossen. Neben erfolgreich durchgeführten Bürgerforen und Abstimmungsformaten wird aktuell ein langfristiges Beteiligungskonzept mit Bezirk und Stadt entwickelt. Auf der Homepage der Siemensstadt Square kann man jedoch auch weiterhin über einen freigeschalteten Direktkontakt seine eigenen Wünsche und Visionen teilen.

Die Siemensstadt: Ein mehr als 120 Jahre alter Industriestadtteil

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts waren die Produktionsstätten von Siemens auf den gesamten Berliner Raum verteilt. Mit der Vision, einen eigenständigen Industriestadtteil samt Werksanlagen, Wohnvierteln und Versorgungseinrichtungen entstehen zu lassen, erwarb die Siemens & Halske AG im Jahr 1897 ein über 200.000 m² großes Areal. Das Gelände im Osten des heutigen Bezirks Spandau war zu dieser Zeit noch eine unerschlossene Naturlandschaft aus Wald- und Sumpfgebieten. Als Hauptverkehrsanbindung nach Spandau und das benachbarte Charlottenburg und Berlin diente damals der Wasserweg auf der Spree. Die einzige Landverbindung verlief seinerzeit über den noch unbefestigten Nonnendamm, der heute als eine der ältesten Straßen im Berliner Stadtgebiet gilt. Bevor die Namensvergabe mit Bezug auf das Unternehmen Siemens abgeändert wurde, war das wachsende Industrie- und Wohngebiet ab 1910 zunächst als „Kolonie Nonnendamm“ bekannt und zählte bereits 7000 Einwohnende sowie weitere 23.000 Beschäftigte.

Parallel dazu wurde zum Anschluss der Produktionsstätten und Wohnhäuser die „Elektrische Straßenbahn Spandau–Nonnendamm“ eingerichtet. Die auf dem Wall betriebene Strecke zwischen der Spandauer Altstadt und Siemensstadt wurde als letzte Straßenbahnlinie West-Berlins erst im Oktober 1967 eingestellt. Als weitere Anbindung der Wohnsiedlungen diente ab 1905 der Bahnhof Fürstenbrunn, dessen Lage sich mit der über die Jahre fortschreitenden Ausdehnung der Industriewerke jedoch zunehmend verschlechterte. Stattdessen verständigte man sich im Jahr 1925 auf den Bau einer neuen S-Bahn-Strecke, genannt Siemensbahn. Dort pendelten ab 1929 täglich etwa 17.000 Fahrgäste im 5-Minuten-Takt zwischen Wohn- und Arbeitsstätte.

Quelle: Siemens
Quelle: Siemens
Quelle: Siemens

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Siemensstadt ein wenig in Vergessenheit. Die Siemensbahn konnte ihre früheren Fahrgastzahlen mit der Standortverlegung des Siemens-Konzerns nach München jedoch nicht mehr erreichen. Ein zehntägiger Streik der bei der DDR-Reichsbahn
angestellten Westberliner im September 1980 besiegelte schließlich das Aus für die Siemensbahn, da der Betrieb anschließend nicht wieder aufgenommen wurde. Erhaltungsarbeiten an den mittlerweile verfallenden Gleisanlagen fanden kaum statt, die seit längerer Zeit unter Denkmal-
schutz stehende Bahntrasse mutet heute nahezu verwunschen an. Im Zuge des Siemensstadt-Projekts wurde jedoch bekannt, dass die Siemensbahn wiederbelebt werden soll – 100 Jahre nach ihrer Eröffnung soll sie ab 2029 einen schnellen und direkten Anschluss des neuen Quartiers an den Berliner Hauptbahnhof bieten.

Daten & Fakten

Umsetzungsstand:
in Planung

Bauherr:
Siemens AG

Zuständige Abteilung:
Bezirksamt Spandau, Abt. Bauen, Planen, Umwelt- und Naturschutz, Stadtentwicklungsamt